Ein wunderschönes Pfingstfest in München

„Alles war rundum gelungen – es war ein wunderschöner Kirchentag und ein tolles Fest für die Christen der Neuapostolischen Kirche. Ich bin dankbar, dass ich dies erleben durfte.“ Dieses Fazit zog eine Teilnehmerin aus Meiningen, nachfolgend ihr Erlebnisbericht.

Ein grandioses Pfingstfest feierten bei Kaiserwetter 3 Tage lang ca. 50.000 neuapostolische Christen aus aller Welt auf dem Olympiagelände in München. Ich durfte mit dabei sein und die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten bereits auf der Bahnfahrt nach München und dann verstärkt in den öffentlichen Nahverkehrseinrichtungen der Weltstadt erleben. Orange-blau-weiße Tücher, die viele trugen, ein letzter Blick in die Guides, um individuelle Planungen des Tagesablaufs vorzunehmen – und schon waren erste Kontakte mit Teilnehmern des Kirchentages geknüpft.

Die Wahl aus mehr als 250 Veranstaltungen, darunter Vorträge zu vielen interessanten Themen, spannende und inspirierende Workshops, bewegende und teilweise mitreißende musikalische Darbietungen, informative Ausstellungen der Gebietskirchen von Europa, Südafrika, Australien, Kanada/USA und Südostasien, fiel mir sehr schwer. Leider verging die Zeit viel zu schnell. Ich hätte mir gern mehr angesehen und angehört, habe es aber zu manchen Aufführungen und Vorstellungen einfach nicht geschafft.

Viele Vorträge waren unter anderem aktuellen Gegenwartsfragen gewidmet wie z. B. künstliche Befruchtung, Umgang mit Suchtkranken, Organspende, sexuelle Übergriffe an Kindern und Jugendlichen, Ungewollt schwanger – was nun?, Rhetorik und viele andere. Aber auch Themen zum Gemeindeleben, zur Geschichte der NAK, zu Glaubensfragen, zu Gesellschaft und Umwelt, wie z. B. Klimawandel und Wasserverschmutzung und viele andere informative, unterhaltsame und spannende Präsentationen fanden oft das Interesse von mehr Zuhörern, als die Hallen und Räume fassen konnten. Aber es gab ja genug Auswahlmöglichkeiten, zu einer anderen Veranstaltung auszuweichen.

Bereits die Eröffnungsfeier am Freitagabend im Olympiastadion war ein grandioses Erleben. Weitere Highlights waren anschließend z. B. das David-Oratorium, am Samstag dann das Kindermusical über Noah und seine Arche, die Podiumsdiskussion mit Stammapostel Jean-Luc Schneider, welche wegen Überfüllung der Olympiahalle und der angeschlossenen weiteren Hallen zusätzlich noch ins Stadion übertragen wurde, das Abendkonzert zur Einstimmung auf den Sonntag, um nur einige zu nennen. Große Aufmerksamkeit mit rund 12.500 Zuhörern erhielt auch der Vortrag des bekannten Benediktinermönchs Pater Anselm Grün zum Thema „Das Reich Gottes ist in uns und unter uns“ in der vollen Olympiahalle.

Absoluter Höhepunkt des Kirchentages war am Pfingstsonntag der Festgottesdienst, welchen das Oberhaupt unserer Kirche, Stammapostel Jean-Luc Schneider aus Frankreich, im fast vollen Olympiastadion bei Temperaturen über 30 Grad hielt. Wegen der großen Hitze wurde kurzfristig auf der Videowand den Teilnehmern angeboten, den Gottesdienst in der Olympiahalle (12.500 Sitzplätze) per Übertragung zu erleben. Vor allem Familien mit Kindern und Teilnehmer mit gesundheitlichen Problemen nutzten diese zusätzliche Möglichkeit. Ich war aber trotzdem sehr erstaunt, dass doch die meisten Anwesenden der großen Hitze trotzten und im Stadion sitzen blieben.

Der Gottesdienst wurde am Altar ins Englische übersetzt, außerdem in einem Stadionbereich in die Gebärdensprache sowie simultan in mehr als 20 Sprachen für die Teilnehmer aus anderen Ländern und für die weltweite Übertragung per Satellit in tausende Gemeinden in mehr als 100 Ländern.

Die Aufforderungen „Mit Liebe ans Werk“ und „Geben ist seliger als nehmen“ stellte Stammapostel Schneider in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Vor der Feier des Heiligen Abendmahls forderte er die Zuhörer auf, bewusst für alle Gaben Gottes zu danken. Eine heilige Stille herrschte im Stadion während des Vortrags eines Männerquintetts, der Feier des Abendmahls für die Entschlafenen und dem anschließenden solistischen Musikbeitrag. – In der ersten Reihe vor dem Altar stand ein leerer Stuhl. Darauf lag eine Todesanzeige mit dem Zitat „Danke für alles, was du mir gegeben hast“. Ein Freund sagte: Es war sein letzter Wunsch, hier mit dabei zu sein.

Schlusspunkt des Festgottesdienstes vor Übertragungsende setzte ein Jugend-Projektchor aus München und dem Münchener Umfeld, begleitet von einem sinfonisch besetzten Blasorchester. Lob und Preis Gottes wurde so beeindruckend, mächtig und einfach fantastisch vorgetragen, dass ich trotz der großen Hitze ein Gänsehautgefühl bekam und mir vor lauter Bewegung die Tränen liefen.

Das Abschlusskonzert des Gospelprojekts mit 3 Chören, 100 Stimmen und 40 Instrumenten (Orchester und Band) aus Mitteldeutschland, darunter auch Sänger aus dem Kirchenbezirk Meiningen (!) in der vollen Olympiahalle, setzte dem Internationalen Kirchentag der Neuapostolischen Kirche einen würdevollen, mitreißenden, begeisternden Abschluss. Es gab keinen Vortrag ohne anschließenden tobenden Applaus und Standing Ovations der Zuhörer. Leider mussten wir bereits kurz vor Ende des Konzerts die Olympiahalle verlassen, um unseren letzten Zug zu erreichen.

Wenn ich darüber nachdenke, was es bedeutet, so ein Fest für rund 50.000 Teilnehmer über drei Tage zu organisieren und an wie viele Kleinigkeiten da gedacht werden muss, kann ich nur den Hut ziehen und allen Organisatoren ein herzliches Dankeschön sagen. Ich danke aber auch den vielen Mitwirkenden, die im Vorfeld in mühevoller Kleinarbeit für perfekt vorgetragene Konzerte in höchster musikalischer Qualität viele Stunden übten, sich auf Vorträge und Workshops vorbereiteten, Ausstellungen aufbauten... Dank auch den vielen ehrenamtlichen Helfern, die im Olympiapark drei Tage lang für Ordnung sorgten, medizinische Hilfe leisteten, Technik betreuten sowie den vielen Helfern, die im Hintergrund ihren Dienst taten und vielleicht nur relativ wenig von den vielfältigen Angeboten erleben konnten. Und letztendlich gilt mein Dank unserem Gott, der für das herrliche Kaiserwetter sorgte.

C.F., Fotos: M.V. und NAK Süddeutschland