Ein gesungener Gottesdienst

Lampenfieber im Doppelpack hatten die Instrumentalisten und Männerchorsänger an diesem Wochenende, denn das Programm mit besinnlichen Liedern wurde gleich zweimal aufgeführt.

Mit gleich zwei Konzerten stellten sich am Wochenende Instrumentalisten und Männerchor des Kirchenbezirkes Meiningen einem musikinteressierten Publikum. Am Samtag, den 10. November 2012, fand die erste Aufführung des Programms in Meiningen statt und am darauf folgenden Sonntag konnten sich die Zuhörer in Schmiedefeld an den diversen Beiträgen erfreuen.

Dargeboten wurden Lieder, die für einen Männerchor nicht unbedingt typisch sind. Unter dem Motto „Wohin soll ich mich wenden“ gingen die Vortragenden auf Suche nach Antwortmöglichkeiten. Obwohl die Antwort für gläubige Menschen klar sein sollte, wurden während des Programms Situationen des Lebens beschrieben, in denen diese Frage immer wieder auftaucht. Bezirksevangelist Jan Solbrig fand zu den jeweils folgenden Programmabschnitten passende Worte zum besseren Verständnis der Musikstücke.

Dabei spannte sich der Bogen von bekannten Liedern aus Schuberts Deutscher Messe über Instrumentalstücke bis hin zu Solovorträgen. Hier konnten Akzente gesetzt werden, sowohl als das Lied „Hätt' alle Weisheit mich durchdrungen“ mit großer Überzeugung erklang als auch beim Instrumentalsolo „Come, share the Lord“, vorgetragen von Fagott und Klavier. Natürlich durfte die Meininger Pfeifenorgel mit all ihren Möglichkeiten ebenso beeindruckend die Allmacht und Souveränität Gottes darstellen.

Eine ganz besondere Atmosphäre breitete sich beim Vortrag der Psalmvertonung „Sei nur stille zu Gott“ aus. Der vom Klavier begleitete Männerchor sorgte mit der Aussage „denn er ist meine Hoffnung“ für spürbare Emotionen bei den Zuhörern.

Im Schlussvortrag „Der Mensch lebt und bestehet“ fanden sich Lob und Preis wieder. Die Aussage „Ehre seinem großen Namen“ zeigt, dass der Dichter Matthias Claudius wohl sehr großen Respekt vor unserem Schöpfer hatte, denn im ganzen Lied taucht dessen Name nicht ein einziges Mal auf. Trotzdem wusste jeder Konzertbesucher, dass spätestens jetzt die Antwort auf die eingangs gestellte Frage gefunden war.

Mit begeistertem Applaus belohnten die aufmerksamen Zuhörer die Darbietenden. „Es war wie ein gesungener Gottesdienst“ drückte Bezirksältester Ralf Schneider seine Anerkennung aus – das schönste Kompliment an diesem Abend.

J.Sch./Fotos F.H.