Jugendfreizeit in Kriebstein

Es war das erste Mal, dass die Jugendlichen aus den Kirchenbezirken Gotha und Aue ein gemeinsames Wochenende gestalteten – mit einem besonderen Höhepunkt...

Sommer, Sonne, Sonnenschein – das passte bislang so gar nicht in das Bild des diesjährigen Sommers. Schauer, viele Wolken, kühler Wind – das trifft es wohl eher. Nicht so jedoch am Premieren-Wochenende vom 29.06. bis 01.07.2012.

Nachdem alle Teilnehmer ihre Unterkünfte bezogen und zu Abend gegessen hatten, verbrachten sie den Freitagabend individuell, z.B. bei Flutlichtvolleyball, am Lagerfeuer oder auch als Gruppe vorm eigenen Bungalow. Manche zog es in der lauen Sommernacht auch ins Wasser. Viele Lieder ertönten noch bis weit nach Mitternacht. Pünktlich zum Frühstück am Samstag schien die Sonne erneut mit ihrer ganzen sommerlichen Kraft.

Da das Jugendwochenende mit dem Gottesdienst für die Entschlafenen am Sonntag enden sollte, lag darauf auch schon am Samstag ein gewisser Fokus. Es wurde ein Workshop zum Thema „Entschlafenenwesen“ angeboten. Markus Weyh versammelte sich dazu mit Interessierten direkt am Ufer der Talsperre. Aus den gemeinsamen Gedanken zeichnete sich ein Bild, wie man sich auf diese dreimal jährlich stattfindenden Gottesdienste vorbereitet und welche Bedeutung sie für den Einzelnen haben. Dabei ergaben sich auch Fragen zur Sichtweise der Neuapostolischen Kirche. Bezirksältester Dietmar Voigt, der das ganze Wochenende zugegen war, erklärte sich bereit, diese Fragen in einer separaten Gesprächsrunde vor dem Hintergrund der Heiligen Schrift zu beantworten.

Ein weiterer Workshop „Facebook featuring christliches Menschenbild“ griff ebenfalls ein Thema auf, das die Jugend täglich umgibt und dem sich viele Jugendliche stellen müssen. Auch hier gab es wertvolle Tipps und Anregungen für alle Teilnehmer. Samanta Schramm und Sven Oschmann begleiteten ihr jugendliches Publikum ansprechend durch die virtuelle Welt. Augenscheinlich gab es einige, die dabei das erste Mal bewusst die weitreichenden Konsequenzen ihrer Postings auf facebook bedachten und erkannten.

Natürlich lockte bei herrlichstem Sonnenschein und 30°C Lufttemperatur die Talsperre Kriebstein. Aber nicht nur Baden war angesagt, sondern auch die vom Mitteldeutschen Jugendtag 2011 stammenden Paddelboote der Jugend waren dabei und nahezu den ganzen Samstag im Einsatz. So kam der Abend wahrscheinlich für viele Jugendliche viel zu schnell, aber damit auch ein besonderes Highlight des Jugendwochenendes – KSDS (Kriebstein sucht den Superstar). Bereits im Vorfeld hatten sich die Jugendlichen auf dieses Event vorbereitet und gefreut. Sogar eine Jury gab es, die, das sei bemerkt, sehr nahe in Wortwahl und Aussehen an die Originaljury der bekannten Fernsehshow erinnerte. Superstar dürfen sich nun „Die Drei Tenöre“ nennen. Sie überzeugten zwar nicht mit ihren Stimmen, die durchs Playback makellos klangen, sondern mit der Dynamik ihrer Performance, mit der sie das Publikum verzauberten.

Unmittelbar im Anschluss galt es, eine anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen – im Rahmen einer Abendandacht wollten sich die ca. 170 gut gelaunten Jugendlichen auf den Gottesdienst für Entschlafene am nächsten Morgen einstimmen. Am Ufer des Sees hatten fleißige Helfer dazu bereits eine Leinwand samt Beamer aufgebaut. Flugs waren die Sitzgelegenheiten umgedreht und die Gedanken umgeschaltet und alle folgten einer wirklich ergreifenden Abendandacht, die die großen Taten und Werke Gottes in den Mittelpunkt stellte. Im Anschluss war es noch eine Weile mucksmäuschenstill, bevor alle gemeinsam eine riesige Kette aus leuchtenden Luftballons knüpften, die ein Jugendlicher dann um Mitternacht über das Wasser zog. Ein toller Anblick, der den Gedanken viel Raum gab.

Der Abend bzw. die Nacht klang aus mit Lagerfeuerromantik und singenden Gruppen vor den Bungalows. Ein heftiges Sommergewitter mit grellem Blitz und Donner, starkem Wind und kräftigem Regen zwang letztendlich die singenden, lachenden und fröhlich erzählenden Jugendlichen, ihre Schlafräume aufzusuchen.

Am folgenden Sonntagmorgen war es dann soweit – der Jugendgottesdienst für Entschlafene stand bevor. Der Gottesdienst krönte das Wochenende mit dem besonderen Fest der Barmherzigkeit; mit Musik und Gesang, einer auf den Gottesdienst für Entschlafene gut vorbereiteten, einladenden jugendlichen Gemeinde und einer Predigt aus Psalm 24, 3.4a , die ansprach, Impulse gab, berührte und zum Nachdenken anregte.

"Gnadenzeit ist Einladungszeit" stand im Mittelpunkt der Predigt. Einlasskontrollen und Beachtung bestimmter Zugangsbedingungen kennen wir aus unserem Leben. Jesus ist die Tür und diese steht offen. Ein am Rande der Gesellschaft Stehender wurde zu einer Hochzeit eingeladen. Am Ende der Feier sagte er zu den Gastgebern: „Danke, ich wurde in meinem Leben noch nie eingeladen.“ Wir möchten folgende Haltung und Gesinnung haben:

  • keine Türen zuschlagen
  • offene Herzenstüren haben - Jesus ist unser Vorbild
  • Liebe deinen Nächsten, denn er ist so wie du. Liebe deinen Nächsten, denn er ist anders.
  • Respekt vor Anderen und ihrer Andersartigkeit
  • Toleranz, die den Standpunkt des Anderen respektiert

Dann wird die Frage „Wie komme ich zu Gott?“ zur Frage: „Wie kommt Gott zu mir?“ Nun war allen bewusst: Durch das Opfer Jesu wurde eine Brücke aus der Gottesferne in die Gottesnähe geschaffen. Das ist unsere Einladung an die Seelen in der Ewigkeit. Mit inniger Anteilnahme erlebten die Jugendlichen ihren ersten Gottesdienst für Entschlafene „open air“.

Diese Jugendfreizeit war ein schönes Miteinander bei bestem Wetter und einem besonderen Abschluss-Höhepunkt im Gottesdienst für Entschlafene. Darüber konnten sich auch die Organisatoren freuen, denen hiermit ein besonderer Dank im Namen aller Jugendlichen ausgesprochen wird. Nicht zuletzt schicken wir auch gern unseren Dank gen Himmel mit der Gewissheit, dass dieser ankommt.

Abschließend sei noch bemerkt: das Jugendwochenende mit Aue und Gotha war zwar das erste Mal, muss aber nicht das letzte Mal gewesen sein.

Die Jugend