Karfreitag in Gotha

Bezirksapostel Wilfried Klingler besuchte am Karfreitag die Gemeinde Gotha und stellte in eindrucksvoller Weise die besondere Bedeutung dieses hohen Feiertages für die Christenheit heraus.

Zu diesem Festgottesdienst waren neben den Gemeinden Gotha, Ohrdruf und Apfelstädt alle Vorsteher, aktiv und im Ruhestand, mit ihren Frauen, sowie das Bezirksorchester eingeladen. Grundlage für den Gottesdienst bildete das Bibelwort 2. Korinther 5, 15:

„Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.“

Nach dem von Chor, Orchester und Solisten vorgetragenen Lied „Näher, noch näher“ (CM 164) hielt der Bezirksapostel einen Moment inne, bevor er zur anschließenden Bibellesung Matthäus 27, 31-50 überleitete. Diese nahm er zum Anlass, dazu aufzurufen, sich so recht auf das Karfreitagsgeschehen einstimmen zu lassen. Rückblickend auf vergangene Zeiten sprach er davon, dass man all zu oft, auch er, das Ostergeschehen mit der Auferstehung und dem damit verbundenen Triumph Christi in den Vordergrund gerückt habe und verglich es mit dem Lesen eines Buches, bei dem man bereits zu Beginn die Seiten überfliegt und vielleicht sogar schon das Ende liest. Doch diesen Triumph gab es noch nicht am Karfreitag! Aber genau mit diesem Karfreitag muss man sich beschäftigen, um wenigstens annähernd erkennen zu können, was Jesus Christus für die Menschen getan hat. So mancher hat sich damals aus dessen Begleitung gestohlen und ging erst recht nicht mit unter das Kreuz. Der Bezirksapostel stellte die Frage, ob schon einmal jemand einen Menschen begleitet hat, der auf dem Weg zur Hinrichtung war, oder wie wir uns verhalten würden, wenn wir zu einer Gruppe gehörten, deren „Anführer“ gefangen genommen und zum Tode verurteilt würde? Es sind schnell Worte über Petrus gesprochen, die ihn verurteilen, weil er den Herrn in genau einer solchen Situation verleugnet hat.

Der Bezirksapostel nahm die Zuhörer so recht mit, sich ein Stück in die Situation des Herrn hineinzuversetzen. Da waren Schmerzen, Pein, Hohn und Spott auf der einen und auf der anderen Seite die Macht, alles in einem Augenblick ändern zu können. Doch Jesus erduldete dieses alles - für dich und mich! Damit wir, wie das Bibelwort sagt, leben können. Und hier geht es nicht allein um das irdische Leben, sondern vielmehr um das ewige Leben bei Gott. Wie dankbar dürfen wir dafür sein, wenn man bedenkt, so der Bezirksapostel, wie dankbar man schon einem Menschen gegenüber sein wird, der einem das Leben gerettet, oder, am Beispiel der Mutter, dieses geschenkt hat.

Den zweiten Teil des Bibelwortes betrachtend und im Bewusstsein, was Christus für die Menschen getan hat, sollte es für die Christenheit ein Bedürfnis sein, dem zu leben, der für sie gestorben und auferstanden ist. Der Bezirksapostel nannte als Botschaft, die von diesem Gottesdienst ausgeht: „Wir leben durch Jesus, für Jesus und zu Jesus!“ Es gilt, durch Liebe zum Nächsten die „Frohe Botschaft“, das Evangelium, weiterzutragen. Die Liebe Gottes, die Liebe Jesu möge uns dazu drängen, ja, wie es im Vers 14 in einer anderen Bibelübersetzung noch treffender heißt, sie möge uns bestimmen. Christus möge in unserem Leben immer im Mittelpunkt stehen.

Apostel Rolf Wosnitzka rückte in seinem Predigtbeitrag eine Passage aus dem Liedvortrag der Sänger (CM 164) in den Vordergrund: „...bis ganz mein Wesen dein Abglanz ist und du, Herr Jesus, dann alles mir bist.“

Bezirksältester Dietmar Voigt rief in seinem Mitdienen dazu auf, am Karfreitag einmal innezuhalten, stehenzubleiben, den Blick Jesu in das Herz zu nehmen. Damit nahm er Bezug auf eine Passage aus der Lesung, wo davon die Rede war, dass viele vorübergingen, lästerten und die Köpfe schüttelten.

Nach Sündenvergebung, Heiligem Abendmahl und Schlusssegen ging der Gottesdienst mit dem Vortrag von Chor und Orchester „Preis und Anbetung sei unserm Gott“(CM 231) und Dankesworten des Bezirksapostels zu Ende.

U.W./J.F.