Nachmittag der Erbauung

Vorsteher - aktiv und im Ruhestand - und die Bezirksbeauftragten der einzelnen Arbeitsfelder waren gemeinsam mit ihren Frauen zu einem "Nachmittag der Erbauung" in das Gemeindezentrum Gotha eingeladen.

Eingeleitet wurde dieser Nachmittag mit einer Andacht. Gemeinsamer Gesang, Lesung, musikalisch solistische Beiträge und ein von dem kleinen Glaubensbruder Robert Schwind aus Gotha vorgelesener Segenswunsch trugen zur Gestaltung dieser Stunde bei. Wohltuend, aus Kinderherzen gleich zu Beginn des Zusammenseins diese Segensworte zu hören:

„Gott segne uns und behüte uns. Gott komme zu uns und lasse uns deine Nähe spüren, damit wir geborgen sind und auch anderen Menschen Geborgenheit schenken können. Lass uns deine Gegenwart erfahren, damit wir froh werden und auch anderen Freude schenken können. Lass uns deine Liebe spüren, damit wir glücklich leben und auch andere Menschen glücklich machen können. Guter Gott, so segne und behüte uns. Amen“

Diakon Schulz und Bruder Keller zeigten an einer Bearbeitung des Liedes „Herr mein Leben es sei dein“ sehr eindrucksvoll, dass Orgel und Klavier durchaus gemeinsam erklingen können. Dabei konnten die Worte „Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt“ erlebt werden. Dieses Lied war ebenfalls Programmbestandteil und wurde von Schwester Steinbrenner einfühlsam auf der Querflöte mit Klavierbegleitung vorgetragen.

Bezirksältester Dietmar Voigt brachte den Anwesenden Gedanken entgegen zum Bibelwort Römer 10, 17: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi“.

Er führte unter anderem aus, dass man auch übersetzen könnte: „Der Glaube kommt aus dem Hören.“ Über das Hören als Ursprung des christlichen Glaubens lohnt es sich nachzudenken. Ohne die Botschaft von Gottes Gnade und Liebe zu hören, würde unsere Seele verkümmern.

Auf das Beten eingehend erwähnte der Bezirksälteste: „Beten heißt nicht, sich selbst reden hören. Beten heißt, stille werden und stille sein und warten, bis der Betende Gott hört.“ (Sören Kierkegaard)

Zusammenfassend sagte der Bezirksälteste: „Ich wünsche euch besonders, dass ihr jemanden habt, der euch Gehör schenkt“. Einander Gehör schenken ist ein wertvolles und seltenes Geschenk geworden. Wie gut tut es, wenn uns jemand wirklich zuhört und sich genug Zeit dafür nimmt. Haben wir die Worte nicht auch oft gehört: Das hat gut getan. Jetzt, wo ich alles erzählen konnte, fühle ich mich erleichtert und verstanden.

Worte von Dietrich Bonhoeffer rundeten die Andacht ab: „Wie die Liebe zu Gott damit beginnt, dass wir sein Wort hören, so ist es der Anfang der Liebe zum Bruder, dass wir lernen, auf ihn zu hören. ... Zuhören kann ein größerer Dienst sein, als Reden. Viele Menschen suchen ein Ohr, das ihnen zuhört, und sie finden es unter den Christen nicht, weil diese auch dort reden, wo sie hören sollten. Wer aber seinem Bruder nicht mehr zuhören kann, der wird auch bald Gott nicht mehr zuhören.“

Nach dieser Stunde der Andacht hatten alle Gelegenheit, in individuellen Gesprächen wertvolle Gedanken auszutauschen. Es gab einigen Gesprächsbedarf, da man sich in diesem Kreis doch eher selten begegnet. Für das leibliche Wohl hatten Gothaer Geschwister liebevoll einen Imbiss vorbereitet.

Voller Freude und bestens auf den Sonntag eingestimmt, konnten alle die Heimreise antreten.

D.V./H.E.