Jugendfreizeit im Ferienpark Feuerkuppe

„Coole Nächte“ und „Happy Days“ beim Jugendtreffen Meiningen-Gotha auf der Feuerkuppe bei Sondershausen.

Keine Sonne, dafür aber Regentropfen und Temperaturen um die 15°C - das Wetter schien es am späten Nachmittag nicht unbedingt gut zu meinen mit den Jugendlichen und ihren Betreuern aus den Kirchenbezirken Meiningen und Gotha. Doch als am Freitag, 03. September, die 200 Teilnehmer im KIEZ Ferienpark Feuerkuppe bei Sondershausen eintrafen, herrschte trotzdem eine erwartungsvolle und freudige Stimmung. Der Rest des Freitags wurde genutzt, um den Ferienpark zu erkunden und sich gegenseitig kennenzulernen. Zum Tagesabschluss versammelten sich die Jugendlichen in der sogenannten „Workscheune“, um das Wochenende gemeinsam zu beginnen. Andreas Borsch stellte noch kurz den Ferienpark und den Ablauf des Wochenendes vor und dann zog man sich auch schon in die Bungalows oder Zelte zurück und ließ den Tag ruhig ausklingen, denn am nächsten Tag wartete ein vielseitiges und aktives Programm.

Doch auch der Samstag begann nicht gerade mit Sonnenschein. Nichts desto trotz animierte der Bezirksälteste Voigt einige Jugendliche zum Frühsport und zeigte seine Qualitäten als Sportlehrer. Das anschließende Frühstück war nach der kalten Nacht eine richtige Wohltat. Man hatte sich viel Mühe gegeben, ein vielfältiges und ausgewogenes Frühstück anzurichten - und die Jugendlichen brauchten in der Tat viel Energie für die folgenden Programmpunkte. Die Jugendgruppe aus Ilmenau erstellte einen aufregenden Geländeparcours mit sechs Stationen, an denen die Gruppen verschiedene Aufgaben bewältigen mussten. Während sowohl Jugendliche, als auch Apostel Wosnitzka an der kniffligen Route zu scheitern drohten, wurden in der Workscheune einige Lieder aus dem neuen Jugendliederbuch vorgestellt. Ganz neu bei diesem Jugendtreffen: eine Karaokesoftware. Die Jugendlichen brauchten keine Bücher und konnten den Text von der Leinwand ablesen. Wer nicht am Geländeparcours oder am gemeinsamen Singen teilnahm, hatte im Ferienpark vielfältige Möglichkeiten, sich anderweitig zu beschäftigen. Von Tischtennis und Fußball über Billard und Bowling bis zu einer Sommerrodelbahn und dem „Affenwald“ war alles dabei, so dass die Entscheidung wirklich schwerfallen konnte. Einige Mutige bissen die Zähne zusammen und sprangen in das 16°C kalte Wasser, um an der Schwimmolympiade teilzunehmen. In der Zwischenzeit warteten auch unzählige selbstgebackene Kuchen der Jugendlichen darauf, gegessen zu werden. Neben dieser kleinen Stärkung bei Kaffee und Kuchen, hatte die Jugend auch die Möglichkeit, das Gespräch mit Apostel, Bischof oder den Bezirksämtern zu suchen. Dabei beantworteten diese persönliche, aber auch den Glauben betreffende Fragen. Gegen Abend fanden dann auch die zwei Workshops großes Interesse. Der erste Workshop „Christen handeln fair“ stellte unter anderen die Aktion „Fairtrade“, also fairer Handel, vor und wies auf die Probleme in den Entwicklungsländern hin. Die Frage, wie man am besten über seinen Glauben spricht, wurde im zweiten Workshop „Ich gehe in die Kirche, weil…“ behandelt. Dabei erhielten die Zuhörer hilfreiche Tipps, wie man sich bei Gesprächen oder Fragen über den Glauben am besten verhält. Die darauffolgende Abendandacht begann mit einer Auktion der besonderen Art. Aus der Jugendgruppe Friedrichroda kam die Idee, Tassen und Schlüsselbänder zu bedrucken und für einen guten Zweck zu versteigern. Jugendleiter Marcel entfaltete dabei unerwartetes Talent und nahm mit viel Humor 210,50 Euro ein. Es war auch die Jugend aus Friedrichroda, die für die Abendandacht ein kleines Video drehte und eine Power-Point-Präsentation gestaltete, welche eine gute Fortführung der Workshops bildete. Als dann das selbstgeschriebene Gedicht vorgestellt wurde, gab es wohl kaum einen, der keine Gänsehaut hatte. In dieser ehrfürchtigen Atmosphäre schloss Bezirksältester Voigt die Abendandacht mit Gebet ab. Der Abend klang bei einem Lagerfeuer aus. Dazu gab es leckere Bratwürste und Rostbrätel sowie eine große Auswahl an Salaten. Es wurden Lieder gesungen und die Jugendlichen probierten sich am Stockbrot.

Wie durch ein Wunder begann der Sonntag mit strahlendem Sonnenschein und nach der langen Nacht wurde das Aufstehen so ein ganzes Stück einfacher. Nach einem abermals fabelhaften Frühstück begann der Gottesdienst. Als der Apostel das Bibelwort aus Sprüche 23, 10 vorlas, zeigte sich ganz deutlich, dass sich das Thema „Verrücke nicht uralte Grenzen“, wie ein roter Faden durch das ganze Wochenende gezogen hatte. Apostel Wosnitzka sprach über die Grenzen des Evangeliums - Glaube, Hoffnung, Nachfolge, Opfer und Gemeinschaft - und nahm dabei auch Bezug auf die Workshops am Vortag. Auch auf die gesellschaftliche Entwicklung wurde hingewiesen, die es notwendig macht, dass sich die Kirche verändert, „sonst laufen die Geschwister fort“. Bischof Wittich, der sich nach einer „coolen“ Nacht auf einen „Happy Day“ freute, sagte dazu: „Christ sein heute ist, wie eine abwärtsführende Rolltreppe aufwärts gehen oder, wie Franz von Assisi sagte, Fluss aufwärts zur Quelle.“ Der Gottesdienst war ein wahrer Höhepunkt und machte den Jugendlichen die Aktualität und Zeitlosigkeit des Themas klar.

Nach diesem tiefgehenden Gottesdienst, wie man ihn selten erlebt, wurde als Andenken noch ein Gruppenfoto in der herrlichen Spätsommersonne geschossen. Nach Kaffee und Kuchen gab es eine Gottesdienstnachbereitung. Richtlinien waren die zwei Fragen „Was hat dir am Gottesdienst gefallen?“ und „Worüber möchtest du noch mal reden?“. Die Jugendlichen konnten auf diese Weise ihre Gedanken und Meinungen äußern und auch Verbesserungsvorschläge einbringen.

Nach einem reichlichem Mittagessen nahte leider auch schon das Ende des Jugendtreffens. Doch in den Gedanken und im Herzen wird es lange in Erinnerung bleiben. Bereits wenige Stunden danach zeigten Aussagen von Jugendlichen im Internet , z. B. „Ich will zurück!“, wie sehr es ihnen gefallen hat.