Gemeindechöre singen im "Offenstall"

In luftiger Höhe des Thüringer Waldes trafen sich Musikbegeisterte, um den Klängen der versammelten Chöre zu lauschen. Eine Grenzüberschreitung wird wohl allen in angenehmer Erinnerung bleiben.

Nach Monaten der Vorbereitung war es nun endlich soweit. Am 1. Mai 2010 zog es die Musikbegeisterten des Kirchenbezirkes Meiningen in das idyllisch im Wald gelegene Dörfchen Vesser. Eingeladen waren aber nicht nur alle Sänger der Gemeinden, sondern auch alle Geschwister des Bezirkes. Glücklicherweise wurde eine Schlechtwettervariante eingeplant. So konnten die einzelnen Programmpunkte ohne Unterbrechung abgehandelt werden. Der ehemalige Offenstall, liebevoll umgebaut, saniert und museal ausgestaltet, bot Platz für über 200 Personen.

Als die ersten Geschwister eintrafen, war der Bratwurstgrill bereits angeheizt. Nach Gebet und einleitenden Worten stellte der Bezirksälteste Ralf Schneider an die Anwesenden eine Frage: "Wer kennt die Bedeutung des 1. Mai?" Nach kurzer Wartezeit gab er selbst die Antwort, allerdings in einer ganz ungewöhnlichen Auslegung: "Das ist der Tag der Im-Werk-Tätigen."

Die fertig gebratenen Thüringer Rostbratwürste wurden nach einem gemeinsam gesungenen Lied zum Verzehr freigegeben. Kurz bevor die Bratwürste zur Neige gingen, traf noch ein Reisebus aus Coburg/Bayern ein. Durch eine Ankündigung auf der Internetseite des Kirchenbezirkes Meiningen wurde der Seniorenbeauftragte der Gemeinde Coburg auf die musikalische Veranstaltung aufmerksam und nahm nach Rücksprache mit den Verantwortlichen dieses Ereignis mit in seinen Tourenplan auf. Schnell wurden zusätzliche Bänke und Tische bereitgestellt und die noch freien Sitzplätze an den vorhandenen Tischen belegt. Liebevoll wurden die Geschwister des benachbarten Kirchenbezirkes von den Anwesenden aufgenommen und mit echten Thüringer Bratwürsten versorgt. Es entwickelten sich interessante Gespräche und manche Gemeinsamkeiten wurden entdeckt.

Doch nun begann endlich der mit Spannung erwartete musikalische Teil. Mit zwei lustigen Liedern gaben die Kinder auf der Bühne den Auftakt. "Komm, mach mit und sing ein Lied" war die richtige Aufforderung für alle noch Unentschlossenen. Danach folgte das Lied: "Meine Bieber haben Fieber", welches große Begeisterung bei den Erwachsenen hervorrief und zeigte, dass es beim Singen nicht immer ernst zu gehen muss.Im Anschluss stellten sich verschiedene Chöre, teilweise mit Unterstützung "ausgeliehener" Sängerinnen und Sänger anderer Gemeinden, musikalisch vor. Das breitgefächerte Repertoire reichte vom kirchlichen Liedgut bis hin zur Volkmusik, z.B. das bekannte "Rennsteiglied" - ein Muss für alle Anwesenden. Zugezogene, fränkisch/bayerischen Geschwister und alle anderen, die den Text als Baby nicht richtig gelernt hatten, konnten auf einer großen Leinwand Text und Noten verfolgen.

Spontan und ohne Vorbereitung schlossen sich ein paar noch aktive Sängerinnen und Sänger der Coburger Seniorengruppe den Vorträgen an und luden anschließend alle Anwesenden zum Verzehr des selbstgebackenen, mitgebrachten Kuchens ein, der das Nachmittagsgeschehen zusätzlich versüßte.Nach gemeinsamen Singen "Gott mit euch, bis wir uns wiedersehn!" und Schlussgebet brachten die Kinder mit dem Lied "Hast du heute schon danke gesagt" die in allen Herzen stehenden Dankbarkeit über das Erleben, aber auch Dankbarkeit gegenüber allen, die bei der gelungenen Vorbereitung und Durchführung des Chortreffens mitgewirkt haben, zum Ausdruck.

Ch.F./F.H.