Jugendwochenende in Meiningen

Ein besonderes Wochenende konnte die Jugend des Bezirkes Meiningen im Hinblick auf den Gottesdienst für Entschlafene am ersten Sonntag im November erleben. Bischof Matthes hatte sie nach Meiningen eingeladen, um sich in der Gemeinschaft auf dieses Ereignis einzustimmen.

Ein besonderes Wochenende konnte die Jugend des Bezirkes Meiningen im Hinblick auf den Gottesdienst für Entschlafene am ersten Sonntag im November erleben. Bischof Matthes hatte sie nach Meiningen eingeladen, um sich in der Gemeinschaft auf dieses Ereignis einzustimmen. Bereits am Samstagnachmittag fanden sich die jungen Geschwister gemeinsam mit dem Bischof, dem Bezirksältesten Schneider sowie den Jugendbetreuern des Bezirkes im Meininger Kirchenlokal ein.

Nach Begrüßung und einem Gebet äußerte der Bischof erste Gedanken zum bevorstehenden Gottesdienst für Entschlafene und gab einige geschichtliche Informationen über die Stadt Meiningen. Anschließend begaben wir uns gemeinsam bei schönstem Sonnenschein in die Innenstadt zur Meininger Stadtkirche. Dort angekommen, konnten wir einmal mehr die wunderbare Führung unseres himmlischen Vaters erleben. Vor der Stadtkirche wartete bereits ein als Nachtwächter gekleideter Stadtführer auf seine Gruppe. Da sich diese jedoch "unerklärlicherweise" eine halbe Stunde verspätete, kamen wir in den Genuss, interessante Informationen über die historische Entwicklung der Stadt Meiningen zu erfahren. So suchten beispielsweise zwei verheerende Brände Meiningen heim, bei denen große Teile der Innenstadt vernichtet wurden.

Anschließend führte uns der Weg in den "Englischen Garten", zur 1839 erbauten herzoglichen Gruftkapelle inmitten des alten Friedhofes sowie zum Denkmal von Johannes Brahms. Hier stimmten wir zunächst das Lied an: "Wie fein und lieblich", bevor wir uns um unseren Bischof versammelten, der im Gebet besonders für die Seelen in der jenseitigen Welt eintrat.

Der Rundgang endete in unserer Kirche. Im nahe gelegenen Untermaßfeld bezogen wir dann in einer Jugendherberge unsere Übernachtungsquartiere. Nach dem gemeinsamen Abendessen führte unser Bischof eine Jugendstunde durch, in deren Mittelpunkt das Entschlafenenwesen stand.

Einleitend veranschaulichte er zunächst anhand einiger Beispiele, dass im Werke Gottes nichts zufällig geschieht, auch nicht im Hinblick auf den bevorstehenden Gottesdienst für Entschlafene.

In Erarbeitung einer gemeinsamen Antwort auf die Frage: "Wie stellst du dir den Übergang in die jenseitige Welt vor?", konnte im Ergebnis festgehalten werden, dass mit dem Tod zwar manche Leiden des Leibes beendet sind, aber der Seelenzustand hierdurch nicht verändert wird. Dies kann letztlich nur durch die Gnade Gottes geschehen, derer wir alle, ob im Diesseits oder im Jenseits, bedürfen. In Folge dessen lenkten unser Bischof und unser Bezirksältester die Gedanken auf verschiedene Gruppen junger Menschen, die bereits in die jenseitige Welt gezogen sind. So erinnerte der Bischof beispielsweise an eine junge Glaubensschwester, die bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückte. Bezirksältester Schneider verlas zwei Meldungen, in denen junge Menschen ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt hatten, da sie darin keinen Sinn mehr sahen.

Im Anschluss ermunterte der Bischof die Jugend, sich noch ein Stück mit dem Wiedersehen mit unseren Lieben in der Ewigkeit zu beschäftigten und gab Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Zum Abschluss hatte jeder beim Entzünden einer "kleinen Leuchte" Gelegenheit, ein paar ganz persönliche Gedanken in die jenseitige Welt zu schicken, bevor mit dem Lied "Du willst das ganze Herz, mein Gott, du sollst es haben" der Schlusspunkt unter die Jugendstunde gesetzt wurde und der Abend dann in gemeinsamer Runde langsam ausklang.

Nach dem Frühstück am Sonntagmorgen, brach die Jugend wieder in Richtung Kirche auf, um dort gemeinsam mit der Gemeinde den Gottesdienst für Entschlafene zu erleben. Dem Gottesdienst lag das Wort Offenbarung 1, 17.18 zu Grunde:

"Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle."

In seinem Dienen machte Bischof Matthes deutlich, dass mit dem Übergang in die jenseitige Welt die irdischen Dimensionen keinerlei Bedeutung mehr haben. So führte er im Hinblick auf die Meininger Historie als herzogliche Residenzstadt an, dass so mancher Herrscher oder Herzog erkennen musste, dass er in der jenseitigen Welt nichts mehr von seiner Macht und seinem Einfluss besaß. Jene, die sich im Irdischen nur auf ihre menschliche Weisheit verlassen haben oder nach Reichtum strebten, müssen nun erkennen, dass sie geistig blind und arm sind.

Im Gegensatz zu allem Irdischen ist jedoch der Seelenzustand, in dem die Seele hinüberzieht, sehr wohl von Bedeutung und ändert sich durch den Übertritt in die jenseitige Welt nicht. Auch hier griff Bischof Matthes einige Begebenheiten aus der Meininger Historie heraus. So wurde Meiningen von zwei verheerenden Stadtbränden und auch der Pest heimgesucht. Er übertrug diese Bilder auf das Geistige und wies darauf hin, dass manche Geister dieser Zeit Feuer entfachen, die alles verzehren und in den Seelen nichts mehr übrig lassen. So ziehen manche in die jenseitige Welt. Die Pest steht als Sinnbild für die Sünde. Auch mit Sündenschuld beladen ziehen Seelen in die Ewigkeit.

Er hob heraus, dass einzig Jesus Christus durch sein Opfer die Möglichkeit zur Hilfe sowohl im Diesseits als auch im Jenseits geschaffen hat. Er besitzt die Schlüssel, um aus allen Bereichen der jenseitigen Welt herauszuführen. So wie damals der Herr Jesus die Tochter des Jairus bei der Hand nahm, will er auch heute die Seelen in der jenseitigen Welt an die Hand nehmen und sie aus den Bereichen herausführen. Die Gnade Gottes ist folglich das Entscheidende. Wir wollen unsere Aufgabe mit darin sehen, jene Seelen immer wieder herzlich und freudig einzuladen.

Im Anschluss an den Gottesdienst versammelte sich die Jugend in den Nebenräumen der Kirche zum gemeinsamen Mittagessen. Anschließend machten sich die jungen Geschwister gut gestärkt und um ein segensreiches Erleben reicher auf den Heimweg.

Können wir auch heute noch nicht sehen, welcher Segen und welche Gnade an diesem Wochenende in den jenseitigen Bereichen gewirkt wurden, so sind wir doch gewiss und glauben fest, dass sich Einladungen und Gebete in Vorbereitung zu diesem Gottesdienst für Entschlafene gelohnt und dazu beigetragen haben, dass suchenden Seelen der Weg frei werden konnte zum Altar der Gnade.