Orgelweihe

Zu einer für neuapostolische Christen eher seltenen Feierstunde waren am Sonntagnachmittag Geschwister, Gäste, Nachbarn und Freunde der (Orgel-)Musik in die Kirche Friedrichroda geladen: zur Orgelweihe!

Zu einer für neuapostolische Christen eher seltenen Feierstunde waren am Sonntag, 15. November 2009, Geschwister, Gäste, Nachbarn und Freunde der (Orgel-)Musik in die Kirche Friedrichroda geladen: zur Orgelweihe!Üblicherweise wird die Orgel nicht in einer separaten Veranstaltung geweiht, sondern ihre offizielle Indienststellung erfolgt meistens im Weihegebet während des Kirchweihgottesdienstes. In Friedrichroda allerdings vergingen seit der Einweihung des neu erbauten Kirchengebäudes 17 Jahre bis zum Einbau einer Pfeifenorgel und deren Fertigstellung. Umso größer ist nun die Freude darüber, dass mit dieser Orgel im Kirchensaal auch eine architektonische Lücke geschlossen werden konnte - der Platz für eine Pfeifenorgel war nämlich bereits im Kirchenneubau aus dem Jahre 1992 vorgesehen worden.

Einer kurzen Begrüßung und einleitenden, erklärenden Worten durch den Orgelbeauftragten des Kirchenbezirkes Gotha, Lars Dittrich, folgte nach musikalischen Darbietungen eine Ansprache des Bezirksvorstehers Dietmar Voigt, in welcher er insbesondere auf die Wechselwirkung zwischen Musik, Gottesdienst und Gemeindeleben einging: Eine Pfeifenorgel ist ein besonderes Geschenk an eine Gemeinde. Aufgrund der Tatsache, dass eine Pfeifenorgel eine Lebensdauer von vielen Jahrzehnten, sogar Jahrhunderten hat, ist es ein ebenso besonderes wie seltenes Erlebnis, den Bau und die Indienststellung eines so wertvollen und für das Gemeindeleben so wichtigen Instruments in der eigenen Gemeinde mitzuerleben. Unter diesen Voraussetzungen reifte der Gedanke, die Orgel in der Friedrichrodaer Kirche mit einer Orgelweihe ihrer Bestimmung zu übergeben.

Eine Orgelweihe soll als Veranstaltung die Orgel nicht vergöttern und auch nicht dazu verleiten, das Instrument als materiellen Gegenstand ins Zentrum zu rücken. Neben der offiziellen Indienststellung des Instrumentes soll mit dessen Weihe vielmehr der Blick auf seine geistige Bedeutung gelenkt werden. Musik und in diesem Zusammenhang die Orgel als Instrument vermag die Zuhörer (und Spieler!) zu erbauen, Trost zu spenden und Freude auszulösen.Auch Musik ist Predigt. Ein Gottesdienst ohne Musik ist in unserer Region ohnehin kaum vorstellbar. Dementsprechend hoch sind die Ansprüche an Instrument und Organisten.

Im sich an die Ansprache anschließenden Weihegebet bat der Bezirksälteste, dass der Klang dieser Orgel immer den Lobpreis Gottes ausdrücken und den Namen Gottes in der Gemeinde verherrlichen möge. Dies konnte man noch am Abend erleben, denn die Musiker der Gemeinde hatten die Feierstunde gut vorbereitet und gestalteten weit mehr als den erwarteten würdevollen Rahmen.

Informationen "aus erster Hand" zu Themen wie Geschichte, Planung und Bau der Orgel waren am Abend vom Orgelbauer direkt zu erfahren. Der Vortrag des Orgelbauers wurde durch eine Bildpräsentation anschaulich illustriert.

Nach der Veranstaltung erging die Einladung an alle Gäste, einen Blick ins Innere der Orgel zu werfen, oder bei einem kleinen Imbiss weitere Gesprächsmöglichkeiten zu nutzen.Zuvor bildete ein gesungenes Schlussgebet, in welches alle Anwesenden mit einstimmen konnten, das Ende des offiziellen Teiles des Abends: "Allein Gott in der Höh sei Ehr" - dieses Lied hinterließ der Orgelbauer, Roland Martschei, aufgeschlagen am Pult des fertig gestellten Instruments. Daher war dieses Lied auch Grundgedanke und roter Faden der Orgelweihe sowie der musikalischen Beiträge dieser Feierstunde. Es möge auch in Zukunft die Grundlage für das Erklingen der neuen Orgel bleiben.

Text:T.E., L.D.Fotos:R.M., T.F.

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Orgelbeschreibung